Zwei Epochen der deutschen Geschichte werden vorgestellt, in denen Kunst in einem undemokratischen Umfeld ihren Platz finden musste. Zum einen behandeln wir die Kunst in der Zeit des Nationalsozialismus – Themen werden hier u.a. Deutsche und Entartete Kunst sowie Raubkunst und Restitution sein, und zum anderen die Kunst in der DDR, u.a. die Frage nach dem Spannungsfeld zwischen verordnetem Kollektivismus und schöpferischer Individualität.
In diesem Jahr würde Ernst Kößlinger (1926-2020) seinen 100. Geburtstag feiern. Der Münchner Grafiker lebte mehr als 40 Jahre in Martinsried, wo er auch sein Atelier hatte. Besondere Bekanntheit erlangte der Künstler in den 50er Jahren durch Plakate für die Auer Dult und das Oktoberfest. Millionenfache Verbreitung erfuhren seine Briefmarkenentwürfe. Die Jubiläumsausstellung widmet sich diesem besonderen Genre und zeigt neben den Marken auch originale Entwurfsgrafiken sowie Varianten, die nie veröffentlicht wurden.
Mit Erinnerungen an das alte Dorf, „Badeort“ und Sommerfrische sowie an die vornehmen Villenbesitzer und Erbauer. Wir spazieren von der Margaretenkirche durch den alten Ortskern zur Mühle und den Überresten des Hofmarkschlosses zur neuen „Ortsmitte“, dann in das ehemalige „Villenviertel“. Ausklang und Erholung in einer der alten Gaststätten.
Kein anderer Stadtteil Münchens bietet so unterschiedliche Gesichter: Paläste und Bauernhöfe, Villen und Arbeitersiedlungen, Dorfidyll und Hauptverkehrsstraßen. Neuhausen lag an der Verbindungsstrecke nach Nymphenburg und war somit stets von der Entwicklung der Wittelsbacher Sommerresidenz beeinflusst. Der Spaziergang führt Sie zur alten Winthirkirche, dem ursprünglichen dörflichen Kern Neuhausens, und zu den Gräbern bekannter Münchner, vom „Millionenbauer“ bis zu Sigi Sommer. Einen deutlichen Kontrast zur alten Dorfkirche bietet der futuristische Glasbau der Herz-Jesu-Kirche, dessen Transparenz als Meilenstein der zeitgenössischen Architektur gilt.
Solln ist wohl der größte in seinem Kern noch weitgehend dörflich erhaltene Stadtteil Münchens. Hier haben sich ein liebenswertes mittelalterliches Dorfkircherl mit einem Altar von Joh.Bapt. Straub, eine bedeutende Pfarrkirche, alte Wirtshäuser, malerische Handwerker-Häuser und ein Dorfteich als zu Spaziergängen einladende Ganzheit erhalten. Vom Dorfbereich führt ein Spaziergang ins Grüne vor der Stadt, zum ehem. Landsitz der Münchner Jesuiten mit seiner kostbaren Kapelle mit Werken von Erasmus Grasser und Joh.Bapt. Straub und dem höchsten Punkt Münchens.
Die Waldkirche wurde 1926 eingeweiht. Der Erste Weltkrieg lag noch nicht lange zurück, und alle Personen, die an der Entstehung der Kirche beteiligt waren, hatten dieses kollektive Trauma durchlebt. Auch der Maler Bernhard Jäger, der den Emporenfries geschaffen hat, war mehrere Jahre an der Front gewesen. Wir werden entschlüsseln, wie sich seine Kriegserfahrungen in der Gestaltung der biblischen Landschaften eingeschrieben haben. Ergänzt wird der kunsthistorische Vortrag durch Lyrik des Ersten Weltkriegs.
Zur selben Zeit wie die Waldkirche realisierte Theodor Fischer ein ganz anderes Bauwerk, das Ledigenheim in der Schwanthalerhöhe. Es sollte alleinstehenden Männern günstigen und menschenwürdigen Wohnraum bieten. Der sechsstöckige Rohziegelbau im Stil der Neuen Sachlichkeit schien vielen Menschen zu modern und "fremd", gilt aber heute als ein bedeutendes Zeugnis der Münchner Moderne. Prof. Matthias Castorph, der mit seinem Architekturbüro die Sanierung des Ledigenheims plant und realisiert, und Claudia Bethcke, Objektleiterin, werden durch das Ledigenheim führen und Einblicke in seine Geschichte und Gegenwart geben.
Ulrich Braun, Pastor, Ethiker und Buchautor, wurde für sein Werk "Die Witwe Erna Masuch" mit dem Haidhauser Werkstattpreis ausgezeichnet. Das 100jährige Jubiläum der Waldkirche inspirierte ihn dazu, dem ersten Vikar der Waldkirche, Ludwig Bullemer, ein literarisches Denkmal zu setzen. Freuen Sie sich auf einen eindrucksvollen literarischen Abend, der Ludwig und seiner Frau Luise und ihrem Leben im Würmtal der Zwanziger Jahre gewidmet ist.
Die letzte große kunstvolle Stadt-Gestaltung erfasste um 1900 die ganze Stadt München vom Rathaus am Marienplatz bis zu den Villenkolonien am Stadtrand. Schon die Kostbarkeiten mit denen die Altstadt von Genies wie Gabriel v. Seidel bereichert wurde schlagen uns bei diesem Spaziergang in ihren Bann - von Bank-Palästen über reiche Bürgerhäuser bis hin zu liebevoll gestalteten Denkmälern.
Um 1900 entwickelte sich Barcelona zu einem dynamischen Kulturzentrum. Zwischen industriellem Aufbruch, dem rasanten Wachstum der Stadt und sozialen Konflikten entstand hier eine eigene Kunstbewegung der Modernität, eine Art katalanischer Jugendstil. Alles war stark politisch geprägt und Ausdruck einer kulturellen Renaissance, die sich bewusst von der industriellen Massenproduktion abwandte und aufwendig restaurative Techniken zelebriert. Entdecken Sie neben bekannten Künstler wie Picasso und den Architekten Gaudi auch die Maler Camarasa, Casas oder Rusiñol sowie zahlreiche Designer und Literaten.
Tucholsky war stolzer Grammophonbesitzer und Plattensammler mit exquisitem Geschmack. Der Musiker und Sammler Walter Erpf hat über Jahrzehnte hinweg den größten Teil von Tucholskys Lieblingsplatten zusammengetragen und legt sie auf auf den Grammophonteller, Sebastian Hofmüller liest dazu Tucholskys Texte.
Theodor Fischer (1862 - 1938) war ein "Stararchitekt" seiner Epoche, der Zeit zwischen Historismus und Moderne. Nicht nur als Baumeister, auch als Stadtplaner hat er die Stadt München bis heute geprägt. Dabei berücksichtigte Fischer stets die spezifische Aura eines Ortes und bezog sie in seine Planungen mit ein. Er verwirklichte so unterschiedliche Bauten wie das Luisengymnasium am Alten Botanischen Garten, das Ledigenwohnheim in der Schwanthalerhöhe und die Wittelsbacherbrücke. Erfahren Sie mehr über diesen besonderen Architekten, dessen Handschrift man in zahlreichen vertrauten Bauten, Straßenzügen und Plätzen Münchens erkennt.
Um 1800 öffneten Archäologen die etruskischen und römischen Gräber Süditaliens. Zum Vorschein kamen Meisterwerke attischer Vasen aus der Blütezeit griechischer Töpfer- und Malkunst des 6. und 5. Jh. v. Chr. Die Begeisterung des bayerischen Königs Ludwig I. für die Bilderwelt der griechischen Antike brachte die Funde nach München. Der Mythos vom Trojanischen Krieg, die Sagen von mächtigen Helden und Göttern, Krieg und Friede wurden in den Töpferwerkstätten Athens zum Thema der Kunstwerke, die zweieinhalb Jahrtausende überdauerten.
Tomás Saraceno (*1973 Argentinien) verbindet kunstvoll und durchdacht Kunst, Architektur und Wissenschaft miteinander, um ökosoziale Zukunftsvisionen zu entwerfen. Die Ausstellung präsentiert seine Forschungsprojekte Aerocene und Arachnophilia und eine ganz neue Auftragsarbeit, die gemeinsam mit Indigenen Gemeinschaften von Red Atacama aus Las Salinas Grandes entwickelt wurde. Im Haus der Kunst materialisieren sich Ideen in Gestalt von Luft-Skulpturen, Habitaten für verschiedenste Spezies und Environments, die neue Arten von Aufmerksamkeit erfordern. Unter Beteiligung zahlreicher Mitwirkender, die die Installationen und das Programm gestalten, verwandelt die Ausstellung das Gebäude in einen Raum für planetarische Resonanz!
Die Müllerstochter kommt ohne eigene Schuld in große Bedrängnis. Davon befreit sie in ihrer höchsten Not eine Gnomengestalt. Allerdings muss die junge Frau als Gegenleistung ein großes Versprechen geben: Rumpelstilzchen will ihr erstes Kind mitnehmen. Dass es im Märchen dennoch gut ausgeht und was es mit unseren eigenen Verhaltensweisen und Ängste gemeinsam hat, erfahren wir heute. Wir erkennen, dass wir nicht immer Herrin oder Herr unseres Schicksals sind - jedoch mit Mut und Selbstvertrauen viel zum Gelingen unseres Lebens tun können.
Die herrschaftliche Villa Stuck an der oberen Prinzregentenstraße ist eine großartige Hymne an den Münchner Jugendstil. Ursprünglich Wohn- und Atelierhaus von Franz von Stuck, beherbergt das Museum heute neben den historischen Räumen des Malerfürsten auch Platz für Sonderausstellungen. Die Führung macht Sie mit der spannenden Biografie Franz von Stucks, dem Meister der Münchner Secession, vertraut und mit dem Lebensgefühl einer glanzvollen Epoche, mit der maßlosen Energie und den Träumen einer jungen Generation am Ende der bayerischen Monarchie. Vom Prinzregenten geadelt, von seinen Studenten bewundert, von Thomas Mann oft beschrieben: Franz von Stuck stand vor 100 Jahren im Mittelpunkt der Münchner Gesellschaft.