Widmann, Diana
Vor 90 Jahren, im Frühjahr 1933, brannten in vielen Orten in Deutschland, auch in Bayern, Scheiterhaufen mit Büchern. Die Autorinnen und Autoren, im Wesentlichen die literarische Elite der Weimarer Republik, und der Inhalt der Publikationen waren den neuen Machthabern ein Dorn im Auge. Deshalb sollten sie mit großem Pomp und publikumswirksam aus der Öffentlichkeit und aus den Köpfen beseitigt werden. Von welchem Hass diese propagandistische Aktion getragen war, zeigt der Griff zu mittelalterlichen Verfolgungsformen: der Vernichtung durch den Scheiterhaufen. Die Ausstellung stellt die Bücherverbrennungen 1933 in Bayern, die Akteure und die Orte sowie die betroffenen Autorinnen und Autoren vor. Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten der Bibliothek besucht werden: Dienstag, Mittwoch, Freitag 10.00 – 18.00 Uhr Donnerstag 15.00 – 19.00 Uhr Samstag 10.00 – 14.00 Uhr (Montag geschlossen)
Menschen statt Bücher ausleihen? Bei der „Nacht der lebenden Bücher“ begegnen Sie engagierten Menschen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise für Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. In kurzen Impulsen erzählen sie von ihren Erfahrungen, ihrem Engagement und ihren Beweggründen. Kommen Sie ins Gespräch, stellen Sie Fragen und entdecken Sie die vielen Gesichter gelebter Demokratie.
Bücher stehen für Wissen, Meinungsvielfalt und freien gesellschaftlichen Diskurs – zentrale Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft. Die Bücherverbrennungen von 1933 waren ein gezielter Angriff auf diese Werte und sollten kritische Stimmen und kulturelle Vielfalt auslöschen. Prof. Dr. Waldemar Fromm (Germanist und Leiter der Arbeitsstelle für Literatur in Bayern an der LMU München) beleuchtet die Bücherverbrennung 1933 in München und an vielen weiteren Orten in Bayern. Welche Bedeutung haben diese für unsere heutige Demokratie und welche Schutzfunktion übernehmen Bibliotheken und andere Bildungs- und Kultureinrichtungen für das gefährdete Gut „Buch“? Im Anschluss geht Monika Franz (Publikationsleiterin der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit) mit ihm und Ihnen in die Diskussion.