S7002 Zoroastrismus - Mithraskult - Nietzsches "Also sprach Zarathustra" (I)

Beginn Mo., 24.09.2018, 09:00 - 10:30 Uhr
Kursgebühr 116,00 €
Dauer 15x
Kursleitung Dr. Rolf Rüdiger Maschke

Zarathustra (griechisch: Zoroaster, um 630/598 wohl in Urmia in Aserbaidschan geboren und verstorben gegen 541/21), Priester und Sänger, begründete den nach ihm benannten Zoroastrismus (auch Parsismus genannt). Er vernahm die Lehre von Ahura Mazda, dem weisen Herrn, selbst, die sich trotz großer Widerstände rasch verbreitete. Den Kern der Lehre stellt die Gegnerschaft Ahura Mazdas und Ahrimans dar, also die Rivalität zwischen Lichtem und Dunklem resp. der unversöhnliche Dualismus zwischen Gutem und Bösem. Und gerade dieser Dualismus fordert den Menschen zu dessen ethischer Entscheidung heraus. Der von den Amesa spentas, den unsterblichen Heiligen, begleitete Ahura Mazda bildet den Fokus von Natur und eschatologischem Reich der Gerechtigkeit. Dem bösen Geist Ahriman sind die Prinzipien der Finsternis zugeordnet. Gerade während der Sassanidenära (224-624) erlebte der Parsismus in seiner persischen Heimat eine Glanzzeit. Schon die im 18. Jahrhundert einsetzende Erforschung des Zoroastrismus befaßte sich auch mit dessen Verhältnis zum Monotheismus von Juden- und Christentum. Im frühen Iran stand Mithras, der bereits im frühen 14. Jahrhundert v. u. Z. in einem akkadisch abgefaßten Vertrag als Schwurgott erwähnt wurde, als göttlicher Herr im Mittelpunkt von Männerbünden. Und in einem späteren Text der Avesta wird er sogar als "Lebensspender" angerufen. Über die Figuration Apollon-Mithras-Helios-Hermes gelangte Mithras ab dem 1. Jahrhundert vor allem über Legionäre ins römische Imperium, jetzt in Erlösergestalt, die mit der Sonne in Verbindung stand. Im Zentrum des Mythos stand die Stiertötung durch den jugendlichen Gott und diente der Förderung des Lebens wie ebenfalls der Erlösung. Zwischen Mithraskult und christlicher Religion bestehen durchaus Parallelen. In Nietzsches "Also sprach Zarathustra" gestaltet sich die Figur Zarathustras zum Vorankünder des Übermenschen, der jetzt mit der Natur, also deren Prinzipien, im Einklang zu stehen und damit das eigentliche göttliche Schema zu reflektieren hat.

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